"Um mich von der Instrumentenmacherei in Triest zu unterrichten, ging ich zu Heichele, der eine neue Niederlage von Instrumenten am ponte Rosso hat. Es sind keine wiener Flügel, aber der Baß ist voll und kräftig, und die hohe Wölbung macht den Ton entzückend schön, so daß man die geschmacklosen schwarzen Ränder und die blauen Garnierungen vergißt. Ein junger Mann, Angelo, spielte uns. Welche Sicherheit, welcher Nachdruck! Die Harmonien scheinen aus den Fingerspitzen nur heraus zu fließen, denn die Hand bewegt sich gar nicht und er bringt einen ganz andern Ton durch sein verbindendes Abdrücken und das Verstärken der Tonschwingungen heraus keine eigne Gedanken, aber er hat Hummel und Moschekes so aufgefaßt, daß der Compositeur sich über die eignen Gedanken verwundern muss. Unser Gefühl kam jedoch darin überein, daß das ganze Spiel nur eine fortgesetzte Beleidigung des Gefühls war, so viel Lust er auch beim Spielen selbst empfand und so viel Vergnügen es uns machte. Als Grundlage wäre diese Gewißheitund Klarheit unvergleichlich, nur müßte hier und da ein belebender Hauch durchdringen. Es fehlt etwas, wie Canova's Meißel, Raphaels Pinsel, und Angelo mag sich noch hundert Jahre üben, das kommt nicht heraus. Seine Stimmung müßte denn sich umwandeln, sein Innres wunderbar ergriffen werden, das wäre wohl möglich, und dann möcht ich ihn wohl hören. Heichele baut jetzt auch Orgeln zu seinen Flügeln, die mir besonders gefallen." Literarisches Conversations-Blatt, 1823, p. 100